The Brewer

Kegerator vs. Keezer: Bau der ultimativen Hausbar

Kegerator vs. Keezer: Welches Zapfsystem regiert?

Also, du bist aus dem Flaschenstadium herausgewachsen. Du bist es leid, 50 Glasflaschen bei jedem Sud zu reinigen, wochenlang auf die Karbonisierung zu warten und dich mit inkonsistenter Kohlensäure herumzuschlagen. Du bist bereit für das Kegging.

Aber jetzt stehst du vor dem klassischen Heimbrauer-Dilemma: Kegerator oder Keezer?

Beide halten Bier kalt und zapfen es vom Fass, aber sie gehen das Problem auf sehr unterschiedliche Weise an. Lass uns die Vor- und Nachteile sowie die Kosten aufschlüsseln, um dir zu helfen, die Hausbar deiner Träume zu bauen.

Was ist ein Kegerator?

Ein Kegerator ist ein speziell gebauter Kühlschrank, der dafür ausgelegt ist, Fässer zu halten.

  • Kommerzielle Kegeratoren: Du kaufst diese von der Stange (Marken wie Komos, Kegland oder Danby). Sie kommen mit einem Turm, Zapfhähnen und CO2-Tankhalterung vorinstalliert.
  • DIY-Kegerator: Du nimmst einen Standard-Minikühlschrank oder Vollkühlschrank, bohrst ein Loch in die Tür oder Oberseite und installierst Zapfhähne.

Vorteile

  • Plug and Play: Wenn du eine kommerzielle Einheit kaufst, kannst du in 30 Minuten Bier zapfen.
  • Platzbedarf: Nimmt normalerweise weniger Bodenfläche ein als eine Gefriertruhe.
  • Ästhetik: Sieht aus wie ein poliertes Gerät. Passt gut in eine Küche oder einen Hobbyraum.
  • Kein “Kragen” nötig: Zapfhähne werden normalerweise an einem glänzenden Metallturm montiert.

Nachteile

  • Kapazitätsgrenzen: Die meisten Standard-Kegeratoren fassen maximal 2 oder 3 Cornelius (Corny) Kegs. Wenn du 4+ Biere am Hahn willst, hast du Pech.
  • Kühlprobleme: Turmkühler werden oft benötigt, um zu verhindern, dass der erste Schuss schaumig ist (weil der Turm in warme Luft ragt).
  • Kosten: Eine gute Einheit mit zwei Hähnen beginnt bei 600 € und geht weit über 1000 €.

Was ist ein Keezer?

Ein Keezer ist eine Gefriertruhe, die in einen Kegerator umgewandelt wurde. Da Gefriertruhen unter dem Gefrierpunkt laufen (offensichtlich), musst du einen externen Temperaturregler (wie einen Inkbird) verwenden, um den Strom abzuschalten, wenn die Serviertemperatur (3 °C) erreicht ist. Die meisten Bauer fügen einen hölzernen “Kragen” (Collar) zwischen dem Gefrierkörper und dem Deckel hinzu, um die Zapfhähne zu montieren, ohne in die Gefriertruhe selbst zu bohren.

Vorteile

  • Massive Kapazität: Selbst eine kleine 200-Liter-Truhe kann oft 4 Kegs plus einen CO2-Tank fassen. Große können 8–10 Kegs halten.
  • Isolierung: Gefriertruhen sind viel besser isoliert als Kühlschränke. Sie laufen seltener und sparen Strom.
  • Anpassbarkeit: Dies ist ein Paradies für Heimwerker. Du kannst den Holzkragen beizen, um zu deinen Möbeln zu passen, Fliesentops, LED-Lichter oder Zapfgriffe aus Hirschgeweihen hinzufügen.
  • Kosten: Du kannst oft gebrauchte Gefriertruhen für 50–100 € finden. Der gesamte Bau ist oft billiger als ein neuer Kegerator.

Nachteile

  • Schweres Heben: Du musst volle 19-Liter-Fässer (20+ kg) über die hohe Wand der Gefriertruhe heben, um sie hineinzubekommen.
  • Platzbedarf: Gefriertruhen sind breit und klobig.
  • Feuchtigkeit: Da Gefriertruhen keine Abtauzyklen wie Kühlschränke haben, kann sich Kondenswasser am Boden sammeln. Du brauchst einen Luftentfeuchter.

Vergleich: Das Maßband

MerkmalKegerator (Kommerziell)Keezer (DIY)
EinrichtungszeitSofortWochenend-Projekt
Keg-KapazitätNiedrig (1–3)Hoch (4–8+)
KostenHoch (€€)Mittel (€–€€)
EnergieeffizienzMittelHoch
ErgonomieEinfaches LadenSchweres Heben
LärmKann laut seinSehr leise

Schritt-für-Schritt: Der grundlegende Keezer-Bau

Wenn du den Keezer-Weg wählst (was die meisten ernsthaften Heimbrauer schließlich tun), hier ist der grundlegende Plan:

  1. Besorge eine Gefriertruhe: 150L für 2 Kegs, 200L für 4 Kegs. Bringe eine Pappschablone eines Keg-Bodens zum Laden mit, um die Passform zu testen!
  2. Der Temperaturregler: Kaufe einen Inkbird ITC-308. Stecke die Gefriertruhe in die “Cooling”-Buchse. Klebe den Sensor an ein Keg (isoliert mit Luftpolsterfolie), um die Biertemperatur zu messen, nicht die Lufttemperatur.
  3. Der Kragen: Baue einen quadratischen Rahmen aus Bauholz. Klebe/schraube ihn auf den oberen Rand der Gefriertruhe. Befestige den Gefrierdeckel wieder am Kragen.
  4. Bohren & Montieren: Bohre Löcher in den Holzkragen für deine Schäfte und Hähne. Das bewahrt dich davor, eine Kühlmittelleitung in der Gefrierwand zu treffen.
  5. Gasmanagement: Kaufe einen CO2-Verteiler, damit ein Tank all deine Fässer bedienen kann.

Was solltest du wählen?

  • Kaufe einen Kegerator, wenn: Du in einer Wohnung lebst, handwerklich nicht begabt bist oder immer nur 1–2 Biere am Hahn brauchst.
  • Baue einen Keezer, wenn: Du 3+ Biere am Hahn willst, ein lustiges Projekt suchst oder langfristig Strom sparen willst.

Der “Keezer” ist das Ehrenabzeichen für den besessenen Heimbrauer. Denk nur daran, aus den Beinen zu heben!